Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie
von der
SCHMERZKLINIK am
ARKAUWALD
Bismarckstr. 52 - 97980
Bad Mergentheim - Tel.: +49(0)7931-5450 - Fax: +49(0)7931-545131
Homepage:
www.schmerz.com
-
Mail:
schmerz@schmerz.com
Erfahrung schon seit
1987
Fibromyalgie
Leider ist die Krankheitsbezeichnung nicht einheitlich
.Weichteilr heumatismus
Tendomyopathie
Fibrosi tis-Syndrom
Polymyositis
Polymyalg ie
generalisiertes myofasziales Synd rom
Das Krankheitsbild der Fibromyalgie ist durch eine Vielzah l diffuser, breitflächiger, spon tan schmerzhafter Regionen mit wechselnden "r heumatischen" Beschwerden im muskuloskelettalen (= Mus keln und Skelett betreffenden) System bei in sgesamt deutlich erniedrigter Sch merzschwelle gekennzeichnet. Bei der Fibromyalgie l iegt eine Kombination von psychischen, neu rologischen und funktionellen Störun gen vor.
Regelmäßig finden sich bei Fibromyalgie druc kschmerzhafte Punkte an 18 (2x9) definierten Stel len (Tender points):
Umgekehr t gibt es bei der Fibromyalgie 13 (1+2x6) nicht druckschmerzhafte Kon trollpunkte:
Die wichtigsten Krankhei tserscheinungen der Fibromyalgie sind Muskelsch merzen, Müdigkeit, Schlafstörung, vermehrtes Schwi tzen, Depression und neuroendok rine Dystonie (= Nerven- und Drüsenstörungen) (Hoers ter 1997).
Der Symptomkomplex "Müdig
keit" zeichnet sich aus durch:
Überschießende Reakt
ion auf physischen und psychischen Streß mit rascher
Er müdbarkeit und rascher Erschöpfun
g, geringere Belastbarkeit,
Leistu ngsschwäche und Konzentrationsstöru
ng.
Die Schlafstörung betriff
t besonders die Tiefsch
lafphase IV (Non-REM-Phase),
verursach
t ein Gefühl der Zerschlagenheit und verh
indert einen erholsamen
Schlaf.
Depression und an
dere psychische Störungen bestehen bei
meh r als 50% der Fibromyalgie
-
Patienten; häufige Kom
bination von
emotionalem und psychischem Dysst
reß.
Häufige fun
ktionelle Begleitsymptome der Fibromyalgie:
Kopfschmerzen (auch Migräne, selten Cluster-Kopfschmerz),
Colon irritable
(= Reizdarm),
nervöser Reizmagenn, Re izblase, Dysmenorrhoe
(= schmerzhafte Periode),
Paräst hesien (= Kribbeln),
Schwellungsgefühl an Hän
den und Füßen,
Raynaud-Symptomatik
(= Durc hblutungsstörung der Hände u. Füße) und
Rest
less legs (=
unruhige
Be
ine / Füße).
Die Komplexität der Fibromyalgie-Sym ptome läßt großen Spielraum für differentialdiagnostische Er wägungen (= was außer der Fibromyalgie sonst noch an Kran kheiten in Betracht kommen könnte):
Tritt die Fibromyalgie im
Gefol
ge einer definierten Grundkrankheit auf, so spricht man von einer "seku
ndären
Fibromyalgie".
Ätiologie (=
Krankheitsu rsache) und
Pathogenese
(=
Krankhei tsentwicklung) der Fibromyalgie sind
noch unbekann
t und führen zu kontroversen Spekul
ationen.
Psychologische
Faktoren, so z. B. psych
o-soziale Störungen (Hans
en 1991), scheinen aber
erheblich zur körperl
ichen Symptomatik (=
Krankheitszeichen) beizut
ragen. Jede Form von
körperlichem und seel
ischem Streß wirkt offenbar schmerz
verstärkend (Bengtson
et al. 1986, Tilscher et Ed
er 1985).
Nach Tilscher und
Bog
ner (1974) werden bei weichteil
rheumatischen Syndromen
(=
Erkrankungen) insbeson
dere depressive Symptome
gehäuft gefunden.
Viele Arbeiten zum Nachweis einer Koi
nzidenz (=
zeitliches Zusammentreffen von Erei
gnissen)
psychopathologischer (= kran
khaft
psychischer) Phänomene bei
Pan
algesie
(= Ganzkörperschmerz)-Synd
romen sind aber methodisch nicht immer nach
vollziehbar. Die Tatsache, daß
bei v
ielen Fibromyalgie -Patienten keine psychologischen Beson
derheiten nachzuweisen
sind, spricht nach Wol
fe (1984) gegen eine primär psychogenet
ische
Erklärung der Fibromyalgie. Die psych
ischen Besonderheiten bei einer
Reihe von Patienten könnten auch seku
ndär durch den Krankheitsverlau
f
aufgetreten sein. Nicht sel
ten bestehen Part
nerschaftskonflikte (Hansen
1991). Differen
tialdiagnostisch (= welche
Krankheiten außer Fibromyalgie noch in Frage kom
men) ist zu bedenken,
daß sich hinter einer schein
bar monokausalen
Panalgesie
(= durch 1 Kran
kheit verursachter
Ganzkörperschmerz)
auch ein
psyc
hogenes (= psychisch verursachtes) Sch
merzsyndrom verbergen kann.
Therapie der Fibromyalgie:
Das kom
plexe Beschwerdebild
erfordert eine stationäre in
terdisziplinär angelegte, mul
timodale
(=
mehrere Maßnahmen beinhaltende) Therapie im
Rahmen der "speziellen
Schmerz
therapie", optimal in einer Schmerzkl
inik.
Bei multikausaler Genese (= durch
verschiedene Kran
kheiten verursachte Entwicklung)
der
Panal
gesie
(= Ganzkörperschmerz)
werden die einzelnen Sch
merzbilder entsprechend ihrer Dom
inanz behandelt. Da in
der Regel die Schmerzsch
welle herabgesetzt ist, ist eine begleitende schmerz
distanzierende Medikation mit einem tri- oder t
etrazyklischen Antidepressivum
(z.B. Doxepin, Maprotil
in), evtl. vorübergehend auch in Kom
bination mit einem Neuroleptikum (z.B. Levom
epromazin) (=
Mittel zur Behandlung der Psyche, u.a. aber auch bei Fibromyalgie wir
ksam)
sinnvoll.
Hilfreich ist bei Fibromyalgie auch e
ine 3-4 tägige
psychovegetative En
tspannung durch eine sogenannte "Sch
lafkur". Zur
wiederholten Schlafinduktion ver
wenden wir 1-2 mg Flunit
razepam,
zusätzlich geben wir 1-2 mal täg
lich 40 mg Prothipendyl.
Zunächst sollte der Pat
ient über die prinzipiell gutartige Nat
ur der
Fibromyalgie -Erkrankung aufgeklärt werden, wobei aber mögl
iche Folgen einer Chron
izität
(psychosoziale Aspekte, Risiken einer ständ
igen Medikamenteneinnahme) nicht
versch
wiegen werden sollten. Ein vertrauensvolles Verhält
nis zwischen Arzt und
Patient kann den bis dahin unbefriedigen
den Verlauf durchbrechen. Es ist aber
auch zu bed
enken, daß weitere erfolglose Therap
ieversuche erneut zu
En
ttäuschungen führen können, die einer weiteren Chron
ifizierung Vorschub
leisten.
Des weiteren ist ein therapeu
tisches Vorgehen erforderlich, das den mul
tifaktoriellen Ursprung der Fibromyalgie berücksichtig
t. Dazu gehört
insbesondere eine beg
leitende psychologische Behandlung, die zu einer
Ver besserung der Schmerzverarbeitung bzw. Er
höhung der Schmerztoleranz
beiträgt (Sch
merzbewältigungstraining).
Eine schmerzd
istanzierende, antidepressive
Behandlung sollte bei Patienten m
it Fibromyalgie frühzeitig
eingesetzt werden, zu
mal damit auch eine Besserun
g der häufig bestehenden
Schlafstörun
gen zu erreichen ist. Periphere Analgetika
(= Schmerz mittel) können versucht werden,
über
wiegend ist damit jedoch keine zu
friedenstellende Schmerzreduktion zu
erreichen. Auch der Ein
satz von Opioiden (z.B. Morphium) ist of
tmals
enttäuschend.
Eher sahen wir eine positive Wir
kung bei Verabreichung von Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Mus
kelentspannung),
vor allem Tolperison. Al
ternativ kann Baclofen
verordnet werden.
Auch die
therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behand
lung mit einem örtlichen Bet
äubungsmittel)
in Form einer Triggerpunkt-Behand
lung, Infiltrationen besonders schmerzhafter
Körperbereiche, aber auch Nerven
blockaden, falls notwendig sogar kontinuierlich
mit Kat
heter (= eingepflanztem
Kunststoffschlauch) (opt
imal
im Armbereich),
ist bei Fibromyalgie oftmals hil
freich.
Bei Vorliegen einer sympathischen
Über
aktivität sind epidurale (=
rücken marknahe) oder periphere sympathische
Blockaden erfolg
versprechend.
Physiotherapeutische
Behandlungsmaßnahmen (u.a. Kran
kengymnastik) werden im Anfangsstad
ium der
Fibromyalgie
meist als angenehm em
pfunden und steigern damit das
körperliche Wohlbefinden. Sie sollen dazu bei
tragen, den Patienten mehr
Vertrauen zum eigen
en Körper zu vermitteln und die Mobi
lität zu steigern.
Werden z.B. nur Massagen verordnet, besteht die Gefah
r, daß sich passive
Tendenzen im Kran
kheitsverlauf verstärken. Ohnehin sind die üblichen
Massagebehand
lungen (Ausnahme: Spezialmassagen wie. z.B. Bin
degewebsmassagen
oder Lym
phdrainagen) aus schmerztherapeutischer Sicht völl
ig entbehrlich und
werden von uns auch nich
t mehr verordnet.
Bei einer fortgeschrit
tenen Fibromyalgie ist die notwendige
kran
kengymnastische Therapie meist schmerzbedingt nich
t oder nur sehr
eingeschränkt durch
führbar, so daß übliche Rehabilitat
ionsbehandlungen mit dem
Schwerpunkt "Physiot
herapie" zwar nicht umsonst, in aller Regel aber vergebl
ich
sind. Der große Vorteil einer geziel
ten Schmerzrehabilitation ist der, daß den
kran
kengymnastischen Beübungen jeweils eine in
tensive ärztliche Behandlung
vorgeschal
tet werden kann. Mit der
therapeutischen
Lokal
anästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmi
ttel) läßt sich die Sch
merzempfindung deutlich herabsetzen,
so daß dann eine sinnvol
le Krankengymnastik erfolgen kann.
Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:
Für Mitglieder
gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V
Rehabilitationsbehandlungen
an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen
gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.
Die Kostenübernahme muß aber vorher bei der Krankenkasse (auch private
Kasse oder Beihilfe) beantragt werden.
Wenn Sie Fragen haben oder ein anderes spezielles Schmerzthema suchen, schicken Sie uns einfach ein kurzes Mail: schmerz@schmerz.com. Wir informieren Sie prompt. Wir haben über 700 Themen im Internet, diese können wir hier aber nicht alle auflisten.
Infos (z.B.
Prospekt) können Sie zu jeder Tages- oder Nachtzeit anfordern, auch am
Wochenende!
Tel.: +49 (0) 7931 - 545-0
* Fax: +49 (0)
7931 - 545-131
Sie wollen mit einem erfahrenen Schmerzarzt sprechen? Kein Problem, einfach jeweils an einem Mittwoch zwischen 13.00 und 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr die Tel.-Nr. 07931-5450 anwählen (keine extra Gebühren).
Haftungshinweis:
Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im Einzelfall ist immer
ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen
wir auch keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der
verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.
Impressum Aktualisiert:>11.09.2009</>