Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie
von der
SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD
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Fibromyalgie

Leider ist die Krankheitsbezeichnung nicht einheitlich.
Synonyme (= wie die Krankheit sonst noch bezeichnet wird) sind
:

Das Krankheitsbild der Fibromyalgie ist durch eine Vielzah l diffuser, breitflächiger, spon tan schmerzhafter Regionen mit wechselnden "r heumatischen" Beschwerden im muskuloskelettalen (= Mus keln und Skelett betreffenden) System bei in sgesamt deutlich erniedrigter Sch merzschwelle gekennzeichnet. Bei der Fibromyalgie l iegt eine Kombination von psychischen, neu rologischen und funktionellen Störun gen vor.

Regelmäßig finden sich bei Fibromyalgie druc kschmerzhafte Punkte an 18 (2x9) definierten Stel len (Tender points):

Umgekehr t gibt es bei der Fibromyalgie 13 (1+2x6) nicht druckschmerzhafte Kon trollpunkte:

Die wichtigsten Krankhei tserscheinungen der Fibromyalgie sind Muskelsch merzen, Müdigkeit, Schlafstörung, vermehrtes Schwi tzen, Depression und neuroendok rine Dystonie (= Nerven- und Drüsenstörungen) (Hoers ter 1997).

Der Symptomkomplex "Müdig keit" zeichnet sich aus durch: Überschießende Reakt ion auf physischen und psychischen Streß mit rascher Er müdbarkeit und rascher Erschöpfun g, geringere Belastbarkeit, Leistu ngsschwäche und Konzentrationsstöru ng.
Die Schlafstörung betriff t besonders die Tiefsch lafphase IV (Non-REM-Phase), verursach t ein Gefühl der Zerschlagenheit und verh indert einen erholsamen Schlaf.
Depression und an dere psychische Störungen bestehen bei meh r als 50% der Fibromyalgie - Patienten; häufige Kom bination von emotionalem und psychischem Dysst reß.

Häufige fun ktionelle Begleitsymptome der Fibromyalgie: Kopfschmerzen (auch Migräne, selten Cluster-Kopfschmerz), Colon irritable (= Reizdarm), nervöser Reizmagenn, Re izblase, Dysmenorrhoe (= schmerzhafte Periode), Paräst hesien (= Kribbeln), Schwellungsgefühl an Hän den und Füßen, Raynaud-Symptomatik
(= Durc hblutungsstörung der Hände u. Füße) und Rest less legs (= unruhige Be ine / Füße).

Die Komplexität der Fibromyalgie-Sym ptome läßt großen Spielraum für differentialdiagnostische Er wägungen (= was außer der Fibromyalgie sonst noch an Kran kheiten in Betracht kommen könnte):

Tritt die Fibromyalgie im Gefol ge einer definierten Grundkrankheit auf, so spricht man von einer "seku ndären Fibromyalgie".

Ätiologie
(= Krankheitsu rsache) und Pathogenese (= Krankhei tsentwicklung) der Fibromyalgie sind noch unbekann t und führen zu kontroversen Spekul ationen.
Psychologische Faktoren, so z. B. psych
o-soziale Störungen (Hans en 1991), scheinen aber erheblich zur körperl ichen Symptomatik (= Krankheitszeichen) beizut ragen. Jede Form von körperlichem und seel ischem Streß wirkt offenbar schmerz verstärkend (Bengtson et al. 1986, Tilscher et Ed er 1985).
Nach Tilscher und Bog
ner (1974) werden bei weichteil rheumatischen Syndromen (= Erkrankungen) insbeson dere depressive Symptome gehäuft gefunden.
Viele Arbeiten zum Nachweis einer Koi
nzidenz (= zeitliches Zusammentreffen von Erei gnissen) psychopathologischer (= kran khaft psychischer) Phänomene bei Pan algesie (= Ganzkörperschmerz)-Synd romen sind aber methodisch nicht immer nach vollziehbar. Die Tatsache, daß bei v ielen Fibromyalgie -Patienten keine psychologischen Beson derheiten nachzuweisen sind, spricht nach Wol fe (1984) gegen eine primär psychogenet ische Erklärung der Fibromyalgie. Die psych ischen Besonderheiten bei einer Reihe von Patienten könnten auch seku ndär durch den Krankheitsverlau f aufgetreten sein. Nicht sel ten bestehen Part nerschaftskonflikte (Hansen 1991). Differen tialdiagnostisch (= welche Krankheiten außer Fibromyalgie noch in Frage kom men) ist zu bedenken, daß sich hinter einer schein bar monokausalen Panalgesie (= durch 1 Kran kheit verursachter Ganzkörperschmerz) auch ein psyc hogenes (= psychisch verursachtes) Sch merzsyndrom verbergen kann.

Therapie der Fibromyalgie:

Das kom plexe Beschwerdebild erfordert eine stationäre in terdisziplinär angelegte, mul timodale (= mehrere Maßnahmen beinhaltende) Therapie im Rahmen der "speziellen Schmerz therapie", optimal in einer Schmerzkl inik.
Bei multikausaler Genese
(= durch verschiedene Kran kheiten verursachte Entwicklung) der Panal gesie (= Ganzkörperschmerz) werden die einzelnen Sch merzbilder entsprechend ihrer Dom inanz behandelt. Da in der Regel die Schmerzsch welle herabgesetzt ist, ist eine begleitende schmerz distanzierende Medikation mit einem tri- oder t etrazyklischen Antidepressivum (z.B. Doxepin, Maprotil in), evtl. vorübergehend auch in Kom bination mit einem Neuroleptikum (z.B. Levom epromazin) (= Mittel zur Behandlung der Psyche, u.a. aber auch bei Fibromyalgie wir ksam) sinnvoll.
Hilfreich ist bei Fibromyalgie auch e
ine 3-4 tägige psychovegetative En tspannung durch eine sogenannte "Sch lafkur". Zur wiederholten Schlafinduktion ver wenden wir 1-2 mg Flunit razepam, zusätzlich geben wir 1-2 mal täg lich 40 mg Prothipendyl.

Zunächst sollte der Pat
ient über die prinzipiell gutartige Nat ur der Fibromyalgie -Erkrankung aufgeklärt werden, wobei aber mögl iche Folgen einer Chron izität (psychosoziale Aspekte, Risiken einer ständ igen Medikamenteneinnahme) nicht versch wiegen werden sollten. Ein vertrauensvolles Verhält nis zwischen Arzt und Patient kann den bis dahin unbefriedigen den Verlauf durchbrechen. Es ist aber auch zu bed enken, daß weitere erfolglose Therap ieversuche erneut zu En ttäuschungen führen können, die einer weiteren Chron ifizierung Vorschub leisten.

Des weiteren ist ein therapeu tisches Vorgehen erforderlich, das den mul tifaktoriellen Ursprung der Fibromyalgie berücksichtig t. Dazu gehört insbesondere eine beg leitende psychologische Behandlung, die zu einer Ver besserung der Schmerzverarbeitung bzw. Er höhung der Schmerztoleranz beiträgt (Sch merzbewältigungstraining).
Eine schmerzd istanzierende, antidepressive Behandlung sollte bei Patienten m it Fibromyalgie frühzeitig eingesetzt werden, zu mal damit auch eine Besserun g der häufig bestehenden Schlafstörun gen zu erreichen ist. Periphere Analgetika
(= Schmerz mittel) können versucht werden, über wiegend ist damit jedoch keine zu friedenstellende Schmerzreduktion zu erreichen. Auch der Ein satz von Opioiden (z.B. Morphium) ist of tmals enttäuschend.
Eher sahen wir eine positive Wir
kung bei Verabreichung von Muskelrelaxanzien (= Mittel zur Mus kelentspannung), vor allem Tolperison. Al ternativ kann Baclofen verordnet werden.
Auch die
therapeutische Lokalanästhesie (= Behand lung mit einem örtlichen Bet äubungsmittel) in Form einer Triggerpunkt-Behand lung, Infiltrationen besonders schmerzhafter Körperbereiche, aber auch Nerven blockaden, falls notwendig sogar kontinuierlich mit Kat heter (= eingepflanztem Kunststoffschlauch) (opt imal im Armbereich), ist bei Fibromyalgie oftmals hil freich.
Bei Vorliegen einer sympathischen Über
aktivität sind epidurale (= rücken marknahe) oder periphere sympathische Blockaden erfolg versprechend.

Physiotherapeutische Behandlungsmaßnahmen (u.a. Kran kengymnastik) werden im Anfangsstad ium der Fibromyalgie meist als angenehm em pfunden und steigern damit das körperliche Wohlbefinden. Sie sollen dazu bei tragen, den Patienten mehr Vertrauen zum eigen en Körper zu vermitteln und die Mobi lität zu steigern. Werden z.B. nur Massagen verordnet, besteht die Gefah r, daß sich passive Tendenzen im Kran kheitsverlauf verstärken. Ohnehin sind die üblichen Massagebehand lungen (Ausnahme: Spezialmassagen wie. z.B. Bin degewebsmassagen oder Lym phdrainagen) aus schmerztherapeutischer Sicht völl ig entbehrlich und werden von uns auch nich t mehr verordnet.
Bei einer fortgeschrit
tenen Fibromyalgie ist die notwendige kran kengymnastische Therapie meist schmerzbedingt nich t oder nur sehr eingeschränkt durch führbar, so daß übliche Rehabilitat ionsbehandlungen mit dem Schwerpunkt "Physiot herapie" zwar nicht umsonst, in aller Regel aber vergebl ich sind. Der große Vorteil einer geziel ten Schmerzrehabilitation ist der, daß den kran kengymnastischen Beübungen jeweils eine in tensive ärztliche Behandlung vorgeschal tet werden kann. Mit der therapeutischen Lokal anästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmi ttel) läßt sich die Sch merzempfindung deutlich herabsetzen, so daß dann eine sinnvol le Krankengymnastik erfolgen kann.

Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:

Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.
Die Kostenübernahme muß aber vorher bei der Krankenkasse (auch private Kasse oder Beihilfe) beantragt werden.

Wenn Sie Fragen haben oder ein anderes spezielles Schmerzthema suchen, schicken Sie uns einfach ein kurzes Mail: schmerz@schmerz.com. Wir informieren Sie prompt. Wir haben über 700 Themen im Internet, diese können wir hier aber nicht alle auflisten.

Infos (z.B. Prospekt) können Sie zu jeder Tages- oder Nachtzeit anfordern, auch am Wochenende!
Tel.: +49 (0) 7931 - 545-0 * Fax: +49 (0) 7931 - 545-131

Sie wollen mit einem erfahrenen Schmerzarzt sprechen? Kein Problem, einfach jeweils an einem Mittwoch zwischen 13.00 und 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr die Tel.-Nr. 07931-5450 anwählen (keine extra Gebühren).

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Impressum Aktualisiert:>11.09.2009</>